Landesreitertag

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Landesreitertag 〰️

Landesreitertag 2026 – Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Verbandes

Es war mittlerweile der 10. Landesreitertag für den Pferdesportverband Sachsen-Anhalt e.V., und der vierte, der in Aschersleben stattfand. 1990 trafen sich die Vertreter der einstigen BFA (Bezirksfachausschüsse) Halle und Magdeburg, um den Landesverband der Reit- und Fahrvereine e.V.  Sachsen-Anhalt zu gründen. 2026 wurde in der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts der Präsident Christian Legler (42) aus Wernigerode in seinem Amt als Präsident des Pferdesportverbandes Sachsen-Anhalt e.V. bestätigt, ein in Teilen neues Präsidium gewählt, zahlreiche Satzungsänderungen beschlossen und ein Optimierungsprozess zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Verbandes angestoßen.  

Geleitet wurde der 10. Landesreitertag vom Vizepräsidenten und Vorsitzenden der Landeskommission Herrn Harald Sporreiter. Christian Legler hielt zunächst den Bericht des Präsidiums. Die vergangenen vier Jahre waren sehr bewegt und geprägt von zahlreichen Veränderungen und besonderen Veranstaltungen.

Neben vielen weiteren tollen Veranstaltungen fanden in Sachsen-Anhalt in den vergangenen vier Jahren erfolgreiche nationale Veranstaltungen statt, mit den verschiedenen Deutschen Meisterschaften in Bösdorf, der Goldene Schärpe in Krusemark, den Süddeutschen Ponymeisterschaften in Prussendorf und natürlich der DJM der Vierkämpfer in Krumke. Auch die Inklusion findet ihren Platz im September 2025 in Prussendorf mit den Landespielen der Special Olympics, wobei auch das Reiten mit einer Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften stattfand.

 Auch die Aktiven, insbesondere im Nachwuchsbereich, haben in den vergangenen vier Jahren besondere Leistungen gezeigt. Zum einen hat vor allem Magnus Schmidt brilliert, mit mehreren Medaillen bei der Deutschen Jugendmeisterschaft und Nationenpreisen im Springreiten und zum anderen waren die Fahrer höchst erfolgreich mit zahlreichen Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei Deutschen Meisterschaften. Neben den herausragenden Leistungen gab es natürlich noch zahlreiche Teilnahmen an Deutschen (Jugend) Meisterschaften und dem Preis der Besten sowie Sichtungs- und Finalteilnahmen in nahezu allen Disziplinen.

 Diese Erfolge sind neben ihrem herausragenden sportlichen Wert für den Verband auch deshalb wichtig, da anhand der internationalen Erfolge in den Olympischen Sportarten die Fördermittel, die der Verband vom Land Sachsen-Anhalt erhält, ermittelt werden. Allein diese Fördermittel machen rund 50 % der Gesamteinnahmen des Verbandes aus und ein Ausbleiben der internationalen Erfolge kann dazu führen, dass jährlich über 50.000,- € weniger an den Verband ausgezahlt werden.    

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit standen ebenfalls große Veränderungen an. Zum einen hat Harald Sporreiter die Zeitung „Pferde Aktuell“ Ende 2023 eingestellt und seitdem ist der Verband mit seinen Nachrichten und Mitteilungen bei der Zeitschrift „Pferde in Mitteldeutschland“ angegliedert. Zum anderen ist der Pferdesportverband mit einer modernen Website, einem Instagramkanal, einer WhatsApp-Gruppe und einem Newsletter modern und agil aufgestellt.

Anfang 2024 stand der Umzug in die neue Geschäftsstelle in Aschersleben an. Mitte 2024 verabschiedete sich Thomas Preiß, bis dahin Geschäftsführer der Landeskommission, in den verdienten Ruhestand und wurden durch Annett Schwarzer als Sportkoordinatorin und Hendrik Ernst als Sachbearbeiter für Ausschreibungen und Öffentlichkeitsarbeit ersetzt.

Neue Kooperationen in den letzten Jahren bspw. mit der Nürnberger Versicherung ermöglichten neue Serien und Cups auszurichten und das Angebot im Sport weiter zu erhöhen. In den vergangenen vier Jahren wurden jedes Jahr ca. 40 Turniere und Veranstaltungen mit finanziellen Zuschüssen i.H.v. rund 50.000,- € unterstützt und 40 Meistertitel vergeben.

Mit Blick auf die Entwicklung wichtiger Kennzahlen ist zu erkennen, dass die Mitgliedszahlen mit 11.851 in 2022 und 11.934 in 2025 stabil sind. Weniger gut sind leider die Zahlen im Bereich des Turniersports. Auch wenn der Rückgang bei den Jahresturnierlizenzen mit 1,5 % (von 1.364 auf 1.343) sehr überschaubar ist und im Vergleich zur bundesweiten Entwicklung (-7%) geradezu als gut bewertet werden kann, zeigen der Rückgang der Turniere (-8,5 %; Bundesweit: 10,6%), der Anzahl der Prüfungen (-9 %; Bundesweit: 4%) und der Starts (11 %; Bundesweit: -3%), dass zum einen die gesellschaftlichen Entwicklungen und die allgemeine Teuerung auch oder gerade vor dem Pferdesport nicht halt machen.

Um eben diesen schwierigen Rahmenbedingungen und negativen Trends zu begegnen, wurde vom Präsidium ein Antrag eingebracht, der die Zukunftsfähigkeit des Sports und des Verbandes zum Ziel hat. Im Zuge der Vorbereitungen auf dem Landesreitertag gab es aus einer Gruppe von Kreisverbänden ein sehr umfangreichen Antragspaket, das jedoch in seiner vorliegenden Form nicht beschlussfähig war. Die enthaltenden Anregungen aufnehmend, wurde der Antrag zur Optimierung in Abstimmung mit den Kreisen eingebracht und mit großer Mehrheit verabschiedet. In den kommenden Monaten wird innerhalb des Verbandes intensiv über die Bereiche Verbandskommunikation, Leistungssport und Verbandsarbeit vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in verschiedenen Arbeitsgruppen und bereits heute bestehenden Gremien diskutiert werden. Das erklärte Ziel ist es, den Sport und den Verband fit für eine zunehmend schwierigere Zukunft zu machen. 

Neben diesem weitreichenden Antrag gab es zahlreiche Satzungsänderungen, die überwiegend formale Hintergründe hatten. Anträge wonach der Ponyausschuss selbst aufgelöst und dafür jeder Fachausschuss einen Ponybeauftragten erhalten sollten,  ein Turnierveranstalterausschuss eingeführt, die Delegierten der Kreise in Zukunft benannt und nicht gewählt werden können und die Anzahl der Delegierten verringert werden sollten, fanden keine Mehrheit. Ein Dringlichkeitsantrag, nachdem der Optimierungsprozess von einem externen Koordinator koordiniert werden sollte, erreichte nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit, um als Antrag zugelassen zu werden.

Vor den Wahlen wurden verdienstvolle Ehrenamtler des Verbandes ausgezeichnet. Michael Müller erhielt für sein langjähriges Wirken im Fahrerlager und seine besondere Vereinsarbeit die Goldene Peitsche des Pferdesportverbandes. Inge Berg, langjährige Schatzmeisterin und zuvor Kassenprüferin des Verbandes, Meldestelle und Ausbilderin der Meldestellen in Sachsen-Anhalt und treibende Kraft in mehreren Kreisverbänden erhielt die Graf Landsberg Medaille in Bronze von der FN. Heinz-Jürgen Preller erhielt die Graf Landsberg Medaille in Silber anlässlich seines Rücktritts im Harzkreis als Vorsitzender und sein lebenslanges Wirken im Pferde- insbesondere im Vielseitigkeitssport und zu guter Letzt erhielt Harald Sporreiter das Reiterkreuz in Silber für seine nunmehr viele Jahrzehnte geleistete herausragende Arbeit für den Pferdesport in Sachsen-Anhalt als Gründungsmitglied des Verbandes, als Verleger der „Pferde Aktuell“, als Vorsitzender des Salzlandkreises und des Vereins Westdorf Aschersleben, als Richter, Prüfer, Turnierveranstalter des Ascania Pferdefestivals und nicht zuletzt als Präsidiumsmitglied und LK-Vorsitzender.

Ins neue Präsidium wurden gewählt

Präsident: Christian Legler,

1. Stellv. und Vorsitzende der LKSA: Vera Beschnidt,

2. Stellv. und Aus- und Weiterbildung: Harald Schick,

Schatzmeisterin: Claudia Schmidt-Stahmann,

Jugendwartin (per Amt): Hannah Schrader,

Breitensportbeauftragte: Britta Schönfeld,

Tierschutzbeauftragter: Fabian Ahrens

Regionalsprecher/in PM (per Amt): Kirsten Bredemann-Osterland

Verbandskommunikation: Marleen Meier-Römmer.  

Über 100 Delegierte haben sich im Bestehornhaus in Aschersleben eingefunden

Harald Sporreiter erhält das Reiterkreuz in Silber vom Präsidenten Christian Legler, Vera Beschnidt und Uschi Emmerich-Elsner

Heinz-Jürgen Preller erhält die Graf Landsberg Medaille in Silber vom Präsidenten Christian Legler und Vizepräsidentin Vera Beschnidt

Inge Berg erhält die Graf Landsberg Medaille in Bronze vom Präsidenten Christian Legler

Michael Müller erhält die goldene Peitsche des Pferdesportverbandes vom Präsidenten Christian Legler und Vizepräsidentin Vera Beschnidt

v.l.n.r Jule Osterland, Fabian Ahrens, Marleen Meier-Römmer, Harald Schick, Vera Beschnidt, Hannah Schrader, Claudia Schmidt Stahmann, Christian Legler