Etingen 2026
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Etingen 2026 〰️
25. Drömlingsturnier
Wenn es Nacht wird in Etingen…
Zum 25.Mal ging am letzten Juli-Wochenende in Etingen das weit über Sachsen-Anhalts Grenzen bekannte Drömlingsturnier über die Bühne, und es war wie immer ein einziges, überaus stimmungsvolles Sommerfest. Das fleißige Team um den Vereinsvorsitzenden Norman Jacobs und seine Stellvertreterin Norma Stürze hatte auch 2026 alles gegeben, und so erstrahlte das Turniergelände vor der herrlichen Waldkulisse in der gewohnten Pracht. Das Turnier gibt es seit 1999, und eigentlich hat sich am erfolgreichen Konzept bis heute nur wenig verändert. Grundsätzlich jährlich ausgetragen gab es 2014 eine Verschnaufpause, 2020 und 2021 pandemiebedingt eine Zwangsunterbrechung, so dass nunmehr die 25. Auflage gefeiert werden konnte. Dabei ist den Veranstaltern die reiterliche Basis ebenso wichtig wie die Profis: Von Führzügelklasse über E-Springen, mehrere A-, L- und M-Springen geht es bis zu schweren Klasse, traditionell gebaut durch Martin Lühmann, der seit einigen Jahren durch David Lampe unterstützt wird. Und die mitunter limitierten Startplätze in Etingen sind traditionell begehrt.
Besonderer Höhepunkt ist von Anfang an die berühmte „Etinger Nacht“, die Flutlichtveranstaltung, die seit der Erstauflage zum Programm gehört und mehrere Tausend Besucher in das kleine Dorf im Landkreis Börde lockt. Schaubilder, Ehrungen, ein von Teilnehmern aus nah und fern begehrtes „Jump & Drive“, in diesem Jahr sogar ausgetragen in zwei Abteilungen mit Zwei- und Vierspännern, und schließlich das Flutlichtspringen machen das besondere Flair der Veranstaltung aus. Sommerliche Temperaturen, kühle Getränke, angenehmes Licht und flotte Musik lassen den Abend stets zu einem Highlight im Turnierkalender werden. Zunächst langjährig ausgetragen mit Mächtigkeitsspringen, ist seit 2022 nun Barrierenspringen angesagt. Vielfache Flutlichtsieger in Etingen waren etwa Siegmar Ströhmer, der siebenmal zu den Gewinnern zählte, Marcel Buchheim (fünfmal) oder der Lokalmatador Hans-Günter Stürze, der vier Goldschleifen unter Flutlicht holte. Vielfach hat auch Ralf-Werner König (40) vom Haldensleber Reitclub die Etinger Nacht maßgeblich mitbestimmt, mit seinem unvergessenen Schecken San Franzisko, der von 2016 bis 2019 quasi im Abo zu den Siegern zählte und dem im Rahmen der Etinger Nacht seinerzeit auch das Goldene Reiterabzeichen verliehen worden war. 2026 dominierte Ralf-Werner König nun erneut den Abend: Mit dem Hannoveraner Fuchs Cortello S (v. Crumble-Acorado I-Werther-Graphit) siegte er über die Aussprunghöhe von 1,90 Metern. Zweiter wurde der aus Westfalen angereiste Patrik-Viktor Schröder (Ovenstädt), der schon etliche Male in Etingen zu Gast war und mit der hannoverschen Rappstute Dirty Harryett Zweiter wurde. Zu den treuen Gästen in Etingen gehört auch der Hufschmied Christoph Schlomm (Cremlingen/Niedersachsen), der mit seinen Hannoveranern Calito und Quintess die Plätze drei und fünf belegte. Dazwischen rangierte Marcus Arnold (Kakerbeck) mit der DSP-Stute Karina B (v. Korano B-Askano-Lancetto) an vierter Position. 14 Bewerber hatten am Barrierenspringen teilgenommen, das dramaturgisch sehr spannend verlief. Eine besondere Ehrung wurde Heidi Hame zuteil, die 2026 zum 25. Mal die Meldestelle leitete, und es bedurfte durchaus taktischen Geschicks, sie von ihrem Arbeitsplatz ins sprichwörtliche Rampenlicht zu locken.
Auch im Großen Preis gab es im Lauf der 25 Jahre einige Mehrfachsieger, beispielsweise haben Ronald Sandbrink, Torsten Ritter und Marcel Buchheim in Etingen je dreimal den Großen Preis gewonnen, Steffen Buchheim, Siegmar Ströhmer und Christof Kauert je zweimal. 2026 nun steht ein neuer Name auf der Siegerliste: Niclas Baule (27) aus Rehren, und somit im niedersächsisch-westfälischen Grenzgebiet zuhause, reitet seit seiner Lehrzeit im Stall Schockemöhle für den Reitverein Oldenburger Münsterland und kommt schon lange Jahre nach Etingen, wo er alljährlich auch mehrere Siege feiern konnte. Der Große Preis war allerdings bis dato noch nicht dabei, und es war gewissermaßen ein Start-Ziel-Sieg: Als langsamster der sechs Nullfehlerritte aus dem ersten Umlauf hatte Baule mit dem zehnjährigen Westfalen Dragon Quest Moana (v. Douglas-Comme il faut NRW-Christiano-Potsdam-Godehard) die Siegerrunde eröffnet und eine Zeit vorgelegt, die keiner der Verfolger auch nur im Ansatz erreichte. Zweite wurde Steffen Buchheim mit Sir Kleinsen, Dritter Dirk Holländer mit Talou KW, die ebenfalls beide strafpunkfrei blieben. Die Plätze vier bis sechs belegten Christof Kauert, Michel Jöde und Kilian Römmer. Platziert wurden auch noch Dirk Holländer und Niclas Baule, die mit ihren Zweitpferden zwar fehlerfrei geblieben, aber zu langsam für die Siegerrunde waren. Niclas Baule im Anschluss im Interview: „Ich reite Dragon Quest Moana jetzt seit 2024 und hier heute in Etingen war es der vierte S-Sieg für dieses Pferd in der Saison 2026. Wir kommen immer gerne nach Etingen. Es ist ein besonderes Turnier mit einer einzigartigen Atmosphäre! Ich freue mich schon heute auf das nächste Jahr!“.
Darüberhinaus war Etingen auch Schauplatz einer Etappe der in den östlichen Bundesländern ausgetragenen Junior-Future-Tour, deren Finale alljährlich im Januar im Rahmen des CSI Neustadt (Dosse) ausgetragen wird. Janne Woldt (Westeregeln) war 2026 auf der braunen Stute DSP Charlien H (v. Chacco Me Biolley-Levisto) der Sieger dieses S-Springens für Reiter U25, gefolgt von Kilian Römmer (Derenburg; 2. und 4.), Nele Hollberg (3., Klein Kreutz) und Emilia Schön (5., Braunsbedra). Nicht zuletzt sei auch das Schaubild „Ride&Bull“ am Freitagabend erwähnt, bei dem der Reiter zunächst einen Parcours mit sechs Sprüngen zu absolvieren hatte und sich danach möglichst lange auf dem Bullen halten musste, was Linus Seiferheld (Haldensleben) am besten gelang. Der Reitverein Etingen befindet sich in der komfortablen Situation, dass die zahlreichen Sponsoren sich mindestens ebenso wohl fühlen wie die Reiter, und insofern ist auch die Fortsetzung gesichert: Von 22. bis 25. Juli 2027 findet die 26. Auflage des Drömlingsturniers statt.
Claus Schridde
